Ausschuss gibt Eissporthalle nicht auf (volksfreund.de)

Die neue Eisbahn auf dem Kornmarkt erfreut sich großer Beliebtheit. Die Eissporthalle in Trier-Euren dagegen steht vor dem Aus, weil sie marode und sanierungsbedürftig ist. Die Stadtverwaltung würde sie am liebsten noch 2011 abreißen lassen. Doch im Stadtrat regt sich Protest. 747 Menschen haben bis Donnerstagabend, 19.30 Uhr, eine Online-Petition zum Erhalt der Trierer Eishallewww.openpetition.de/petition/zeichnen/eissporthalle-trier). “Wir fordern (…) die umgehende Sanierung der Eissporthalle Trier, so dass zur kommenden Saison ein Eissportbetrieb möglich ist sowie die zügige Wiederüberdachung der Eissporthalle”, heißt es in der Unterschriftensammlung im Internet.

unterschrieben (
Sie kommt möglicherweise zu spät, denn die Stadtverwaltung hält die marode und seit Jahren geschlossene Eishalle für nicht zu retten. Im Dezernatsausschuss II wurde gestern in nicht-öffentlicher Sitzung über das endgültige Aus beraten. Der Gastronom Eric Naunheim und der Betriebsstättenleiter der Eissporthalle, Werner Kinzig, hatten der Stadt das Angebot gemacht, mit der privaten “Eisfreizeit-GmbH in Gründung” Sanierung und Betrieb der Halle zu übernehmen. Die entsprechenden Pläne und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung der GmbH hat die Stadt nun prüfen lassen – mit negativem Ergebnis, wie die dem TV vorliegenden Unterlagen zeigen:

Vergabe:
Schon der grundsätzliche Plan, die Eisfreizeit GmbH mit Betrieb und Sanierung der Eishalle zu beauftragen, scheitert nach Ansicht der Verwaltung daran, dass dies rechtlich nicht möglich ist. Stattdessen müsste die Konzession europaweit ausgeschrieben werden.

Wirtschaftlichkeit: Im Konzept der Eisfreizeit GmbH fehlen die Personalkosten für den Eismeister und einen weiteren Mitarbeiter, die Ansätze für Personalkosten hält die Stadt für “nicht plausibel”. Für die Betriebszeit von 25 Jahren wird ein negatives Ergebnis von zwei Millionen Euro prognostiziert. Ohne jährlichen Zuschuss durch die Stadt könne die Halle nicht wirtschaftlich betrieben werden. Ein jährlicher Zuschuss von rund 300 000 Euro floss allerdings schon immer in den Betrieb.

Baubestand: Die Stadt bewertet die Lage der Eissporthalle in der Nähe zum Gewerbegebiet als ungünstig. Die Erreichbarkeit besonders für Jugendliche sei mangelhaft. Kosten für einen Neubau mit Erweiterung lägen zwischen 2,7 und 5,1 Millionen Euro, schätzt die Stadt. Sie hat wegen der vergaberechtlichen Probleme aber die Baukosten gar nicht erst weiter im Detail erforscht.

Verkehrswert: Laut dem Gutachterausschuss der Stadt liegt der Verkehrswert der Halle mit Nebengebäuden und Clubhaus bei einem Euro. Den Verkehrswert für das Bauland mit Sportnutzung beziffert die Stadt auf 40 000 Euro.

Fazit: Die Verwaltung schlägt dem Stadtrat vor, den Betrieb der Eissporthalle grundsätzlich einzustellen, “da die Investitions-, Betriebs- und Folgekosten den städtischen Haushalt dauerhaft und nachhaltig belasten.” Das sei “als Beitrag zur Konsolidierung eines strukturell bedingten Haushaltdefizits erforderlich.”

Wie geht es weiter: In den Haushalt oder Nachtragshaushalt 2011 sollen laut Stadtratsvorlage Mittel für “Rückbauarbeiten” eingestellt werden, das ist Behördendeutsch für den Abriss. Was dann mit dem Grundstück geschieht, ist noch offen.

Geplant war zunächst, dass diese Vorlage der Verwaltung gestern im Dezernatsausschuss beschlossen werden sollte. Das wäre das Aus für die Eisbahn gewesen. Überraschend hat sich aber auch innerhalb des Stadtrats Widerstand gegen die endgültige Schließung formiert. Nach TV-Informationen wurde in der Ausschusssitzung über eineinhalb Stunden über die Eisbahn diskutiert, und die Vorlage der Stadt dann nicht beschlossen. Die Entscheidung fällt nun in einer der nächsten Stadtratssitzungen. Mehrere Stadtratsmitglieder aus unterschiedlichen Fraktionen wollen sich nach TV-Informationen mit der Schließung nicht abfinden. Die sporttreibenden Vereine, die derzeit nach Bitburg ausgewichen sind, haben damit eine Galgenfrist. Denn Wolfgang Kinzig, Vorsitzender des Eissportclubs Trier, und Romano Glasner vom Eishockey Sport Club Plätt Devils Trier e.V. sagen unisono, das Aus der Eishalle sei vermutlich auch das Aus für ihre Vereine. Nun sollen weitere Proteste folgen. Und die Online-Petition soll helfen, sagt Glasner: “Vielleicht lassen sich im Stadtrat ja noch mehr Mitglieder umstimmen.”

Von Michael Schmitz (volksfreund.de)

Online-Petition für Eishalle (16vor.de)

TRIER. Die Initiative “Rettet die Eishalle Trier” hat eine Online-Petition gestartet. Ihre Forderung: die “umgehende Sanierung und Wiederinbetriebnahme der Eislaufhalle” auf der Eurener Flur.

Seit November 2009 ist die Halle komplett geschlossen, inzwischen fehlt ihr auch das Dach. Doch schon in den Jahren zuvor litt der Betrieb der Anlage unter den technischen Mängeln der Einrichtung. Momentan deutet wenig darauf hin, dass sie über kurz oder lang wieder genutzt werden könnte.

Die Initiative “Rettet die Eishalle Trier” unternimmt dennoch einen weiteren Versuch, den Druck auf die Politik zu erhöhen. “Mit der Schließung der Eissporthalle ist für viele Menschen in der Region Trier ein wichtiger Lebensbestandteil weggefallen”, heißt es im Text zur Online-Petition. Viele Kinder und Jugendliche, die in der Eissporthalle ihrem Hobby nachgegangen seien, hätten nun im Winter keine Alternative mehr. Zudem stünden die eissportbetreibenden Vereine kurz vor dem Aus. “Wir fordern daher die umgehende Sanierung der Eissporthalle Trier, so dass zur kommenden Saison ein Eissportbetrieb möglich ist”. Zu den ersten Unterzeichnern der Petition, die an den Oberbürgermeister gerichtet ist, zählen FDP-Ratsmitglied Felix Brand und Wolfgang Kinzig vom Trierer Eissportclub.

Die Online-Petition finden Sie hier.

Weitere Informationen zum Thema: In der Eishalle bleiben die Lichter aus und 16vor-Wahl: Die Zukunft der Eislaufhalle

Eislaufhalle vor dem Aus

Die Stadt hat weder Geld, ihre Eislaufhalle zu sanieren noch einen Privatinvestor mit hohen Zuschüssen bei Sanierung und Betrieb zu unterstützen. Das hat Sportdezernentin Angelika Birk ihrem Dezernatsausschuss mitgeteilt. Wie und ob es überhaupt mit der wegen maroder Technik und Bausubstanz geschlossenen Halle weitergeht, ist ungewiss.

Trier. “Was tun?”, fragte Sportdezernentin Angelika Birk am Mittwochabend ratlos ihren Dezernatsausschuss. Die vorausgegangenen Informationen waren niederschmetternd: Dass die Stadt einer Trie rer Privatinitiative, die mit ihrer “Eisfreizeit GmbH” die Eislaufhalle in Euren in Eigenregie sanieren und später betreiben wollte, die Halle übergibt, ist rechtlich nicht möglich.

“Wir müssten ein solches Projekt europaweit ausschreiben”, rekapitulierte Birk (der TV berichtete). Aber selbst wenn die Halle privatisiert würde: Laut Wirtschaftlichkeitsberechnung sei der jährliche Betriebskostenzuschuss, der einem Privatinvestor gezahlt werden müsste, zu hoch, als dass die Stadt ihn beisteuern könnte.

Und das Geld – rund zwei Millionen Euro -, um die Eishalle komplett aus eigenen Mitteln in Schuss zu bringen und zu betreiben, fehlt im Rathaus erst recht. Mindestens für die Eislaufsaison 2010/11 gäbe es daher keine Hoffnung, erklärte Birk. Den Wert der Eishalle beziffert ein Gutachten auf einen Euro. Denn die kaputte Kälteanlage ist nicht zu reparieren. “Die Gewerbeaufsicht hat uns zur Auflage gemacht, das Ammoniak zu entfernen”, erklärte Sportamtsleiter Robert Kufs. Anders als geplant werde das Kühlmittel nicht abgepumpt, sondern vor Ort abgefackelt. Statt 30 000 bis 35 000 Euro kosten die Entsorgung so rund 20 000 Euro.
Alternative: Freizeitbahn aus anderem Material

Zusammen mit den Stadtratsfraktionen will Birk jetzt Vorschläge entwickeln zur langfristigen Zukunft der Halle. Dazu soll erhoben werden, wie viele aktive Eissportler eine Halle überhaupt nutzen würden.

Eine Alternative zu einer Sporthalle könnte eine reine Freizeitbahn sein, die aus einem anderen Bodenmaterial als Eis bestehen würde, aber mit Kufen und Rollen zu befahren wäre.

Den Rückzug aus der laufenden Planungs- in eine erneute Beratungsphase schlug auch Gerd Dahm von den Grünen vor, “denn ich sehe zurzeit nicht, wie es mit der Halle weitergehen könnte.” Bernd Michels von der CDU forderte eine “unmissverständliche Aussage” vom Stadtvorstand: “Entweder dazu, dass es für die nächsten Jahre offensichtlich keine Möglichkeit gibt, die Eishalle zu erhalten, oder mit einem realistischen Finanzierungsmodell.” Hermann Kleber von den Freien Wählern wagte deutliche Worte für die aussichtslose Situation: “Eissport ist ein Nischensport in Deutschland, und Bitburg ist mit seiner Eishalle ja nicht aus der Welt.”

Werner Kinzig, Mitinitiator der privaten “Eisfreizeit GmbH”, die die Halle übernehmen wollte, ist mehr als enttäuscht. Schließlich habe die Stadt auch bislang jährlich einen Betriebskostenzuschuss von mehr als 300 000 Euro gezahlt. “Hätte die Halle noch geöffnet, würde dieses Geld jetzt noch fließen”, kritisiert der langjährige Betriebsleiter der Halle die Aussagen der Sportdezernentin.

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